Gedenkgang am 28. März 2015 – Presseberichte und Fotos

Bergsträßer Anzeiger – morgenweb vom 30.3.2015

KIRCHBERGMORDE VOR 70 JAHREN: Gedenkgang vom Amtsgericht bis zum Brunnenweg

Zur Erinnerung an den Todesmarsch

Von Dr. Eva Bambach

BENSHEIM. Etwa 100 Menschen versammelten sich am Samstag vor dem Gebäude des Amtsgerichts in der Wilhelmstraße in Bensheim, darunter auch viele Schüler und junge Leute. Ihr Anliegen war das Gedenken an die Kirchbergmorde vor 70 Jahren. Artikel im Original weiterlesen…

Starkenburger Echo – echo-online vom 30.3.2015

Tragödie am Kirchberg: Die Gestapo mordet bis zum Schluss

Am 24. März 1945, drei Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner in Bensheim, hat die Gestapo am Kirchberg zwölf Menschen ermordet.

Bensheim. Die Morde am Kirchberg beschreiben das wohl dunkelste Kapitel in der Geschichte der Stadt Bensheim. Die Opfer waren Gefangene, die im damaligen Gestapo-Gefängnis an der Wilhelmstraße inhaftiert waren. Artikel im Original weiterlesen…

Die Namen der Opfer – und was aus den Tätern wurde

Am 24. März wurden 14 Gefangene von der mit Maschinenpistolen bewaffneten Gestapo abgeholt und auf den Krchberg geführt. Artikel im Original weiterlesen…

Fotos: Heinz Wehner

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Rede von Christoph Jetter am 28. März 2015

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Foto:Heinz Wehner
Bensheim, 28. 03. 2015, Gedenken an die Kirchbergmorde Redebeitrag Christoph Jetter (VVN-BdA Südhessen) 

 

Es gilt das gesprochene Wort

 Verehrte Anwesende,

 ich komme aus Darmstadt. Dort war die für Südhessen zuständigen Gestapo stationiert, bis sienach dem Luftangriff im September 1944 nach Bensheim verlegt wurdeAn die unfassbaren Mordtaten dieser Killertruppe wenige Tage vor der Befreiung im März 1945vor allem anderen Opfer erinnern wir heute.

 

Die Geschichte der Gestapo Darmstadt hat im März 1933 mit dem Machtantritt der Nazis in Hessen ihren Anfang genommen. Es ist die Geschichte ungezählter, kaum je gesühnter Verbrechen, begangen an jenen, die sich dem Faschismus entgegengestellt haben oder die von den Nazis zu „Volksfeinden“ erklärt worden sind

Freiheitsberaubung, Willkür, Bespitzelung, Zwangsarbeit, Deportationen in die Vernichtungslager – am Ende dann kaltblütiger Mord hier in Bensheimvor der Haustür, am Kirchberg.

 

Sitz der Darmstädter Gestapo war ein Gebäude in der heutigen Wilhelm-Glässing-Straße, genau gegenüber der 1988 neu errichteten Synagoge. An dem nach dem Zweiten Weltkrieg an gleicher Stelle errichteten Wohngebäude ist eine kleine Tafel angebracht. Bis vor einigen Jahren war dort zu lesen: „Darmstädter Geschichtsrundgang 1933-1945“ (gemeint waren die Jahre der Naziherrschaft), allerdings ohne ein Wort der Erläuterung dazu, dass an dieser Stelledie Gestapo residiert hatte. Die neuen Eigentümer des Gebäudes hatten vor 20 Jahren die Inschrift eines Erläuterungstextes auf der Tafel abgelehnt – es könnte ja ein dunkler Schatten aus der braunen Vergangenen auf das Haus fallen. Weiterlesen

Pressebericht:

Arbeitskreis: Opfern der Kirchbergmorde gemeinsam gedenken

Bild1Der Arbeitskreis „Gedenkgang Kirchbergmorde März 1945” berichtet, dass fast alle Vorbereitungen abgeschlossen seien. Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Kirchengemeinden, Schulen, Organisationen sowie Bürgerinnen und Bürger werden den Weg der Ermordeten am 28.März 2015 in Erinnerung an die Opfer noch einmal gemeinsam gehen.
Die Veranstaltung „stehe damit auf einer sehr breiten und dem Anlass angemessenen Basis“ teilte Günter Löffler, Sprecher des Arbeitskreises, mit. Der Gedenkgang beginnt um 14:00 Uhr am Amtsgericht in der Wilhelmstraße. Dort werden auch, wie an allen weiteren Stationen, Fotos der Ermordeten gezeigt. Schülerinnen und Schüler der Bensheimer Gymnasien werden die Biographien der Opfer vortragen und über die Ereignisse vom 23. März 1945 berichten. Wichtig sei, so Löffler, dass die Teilnehmer des Gedenkgangs viele Details erfahren, wie z.B. über das Gestapo-Gefängnis, den Fluchtversuch von Alex Romanow, der überlebte oder Gretel Maraldo, die auf der Flucht erschossen wurde. Für viele Menschen ebenso nicht bekannt, dass die Opfer unterhalb des Platzes der Erschießungen warten mussten und die Schüsse hörten, bevor sie selbst zum Tatort geführt wurden. Die einzelnen Stationen des Gedenkgangs sind: Amtsgericht- Ehemaliges Gestapo-Gefängnis – Ecke Ernst-Ludwigstraße/Dürerstraße – Brunnenweg – Gedenkstein am Kirchberg.
Am Gedenkstein folgen Redebeiträge von Bürgermeister Rolf Richter und Christoph Jetter von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten(VVN-BdA). Den musikalischen Rahmen gestaltet die Städtische Musikschule mit verschiedenen musikalischen Darbietungen. Die Veranstaltung wird voraussichtlich gegen 16:00 Uhr zu Ende sein. Mitglieder des Darmstädter Fotoclubs begleiten den Gedenkgang, um eine Fotodokumentation darüber zu erstellen. „Auch 70 Jahre nach den Nazi-Morden am Kirchberg gibt es in Deutschland immer noch Antisemitismus und Rassismus. Auch deshalb laden die Initiatoren die Menschen ein, sich am 28. März 2015, um 14:00 Uhr am Amtsgericht in der Wilhelmstraße einzufinden. Den Opfern von damals – öffentlich und über Parteigrenzen hinweg – gemeinsam zu gedenken, ist ein klares Signal gegen alte und neue Formen antisemitischer und rassistischer Hetze“ teilt Günter Löffler vom Sprecherrat mit.

Publikationen

Broschuere Broschüre: 3 Tage fehlten zur Freiheit – Die Nazimorde am Kirchberg von Fritz Kilthau und Peter Krämer „Mit Erschütterung habe ich den Bericht über die Verbrechen gelesen, die 1945, unmittelbar vor Kriegsende, in Bensheim begangen worden sind“, so der  frühere Bürgermeister Georg Stolle in seinem Vorwort zum Ergebnis der Recherche von Dr. Fritz Kilthau, Zwingenberg, und Dr. Peter Krämer, ehemals  Bensheim. …Text im Original  beim Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge weiterlesen...

Drei Tage fehlten zur Freiheit

Drei Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner am 27. März 1945 ermordete die Gestapo zwölf Häftlinge und zwei amerikanische Kriegsgefangene in Bensheim. Eugene Dumas, Lothaire Delaunay, Frederik Roolker, Rosa Bertram, Erich Salomon, Walter Hangen, Lina Bechstein, Jakob Gramlich und drei weitere unbekannte Gefangene wurden am Kirchberg durch Genickschüsse hingerichtet. Gretel Maraldo wurde auf dem Weg der Hinrichtung erschossen.

Der Weg der Gefangenen ging vom ehemaligen Gefängnis des Amtsgerichts entlang der Wilhelmstraße  vorbei an der Gestapo-Zentrale Ecke Darmstädter Straße/Kirchbergstraße zur Ernst-Ludwig-Straße. Von dort ging es in den Brunnenweg und schließlich über einen steilen Anstieg zur Hinrichtungsstätte, wo heute ein Gedenkstein an die Morde erinnert.

Am 28. März 2015 ab 14:oo Uhr werden anlässlich des 70. Jahrestags dieser Morde viele Menschen diesen Weg noch einmal im Gedenken an die Opfer gehen. Schüler von Bensheimer Gymnasien werden an Haltepunkten die Biographien der Opfer vortragen. Der Bensheimer Bürgermeister Rolf Richter und Christoph Jetter von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BDA) werden am Gedenkstein sprechen.

Die Initiative „Gedenkgang Kirchbergmorde März 1945“ lädt Sie herzlich zur Teilnahme ein.

STATIONEN DES GEDENKGANGS AM SAMSTAG, 28. März 2015
1. AMTSGERICHT
Begrüßung
Lebenslauf Jakob Gramlich / Rosa Bertram / Vier aus Groß-Rohrheim
2. EHEMALIGES GESTAPOGEFÄNGNIS (ECKE DARMSTÄDTER STRASSE – KIRCHBERGSTRASSE)
Lebenslauf Lina Bechstein / Erich Salomon / Walter Hangen
3. ECKE ERNST-LUDWIGSTRASSE – DÜRERSTRASSE
Lebenslauf Gretel Maraldo / Alex Romanow / Drei Deserteure / Heinrich Kollerer
4. BRUNNENWEG
Lebenslauf Jakob Goral / Sechs weitere Gefangene
5. GEDENKSTEIN OBERHALB BRUNNENWEG
Einführung
Musikbeiträge
Redner: Bürgermeister Rolf Richter und Christoph Jetter Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN-BdA

Plakat als PDF Datei: Plakat